Die verschiedenen Strukturen und Organe des menschlichen Körpers gehen im Verlauf der embryonalen Entwicklung aus drei „Urgeweben“ hervor. Aus einem dieser drei Urgewebe – dem sogenannten Mesoderm – gehen schließlich der Stütz- und Bewegungsapparat, verschiedene Weichteilgewebe und das Gefäßsystem hervor. Bösartige Tumoren, die dann aus diesen Geweben entstehen können, werden als Sarkome bezeichnet. Je nach Ursprungsgewebe werden diese Tumoren dann als Weichteilsarkome (mit zahlreichen Untergruppen) oder Knochensarkome (Osteo-, Chondro- und Ewing-Sarkom) bezeichnet.
Sarkome sind im Vergleich zu Brust- und Lungenkrebs sehr selten und machen ca. ein Prozent aller pro Jahr diagnostizierten Krebserkrankungen aus. In Österreich rechnet man mit 25 – 35 Knochensarkom-Neuerkrankungen pro Jahr und mit 200 – 250 neu diagnostizierten Weichteilsarkomen. Prinzipiell können Sarkome in jeder Körperregion und in jedem Lebensalter auftreten. Die beste Prognose haben periphere Extremitäten-Sarkome und Sarkome mit hoher Differenzierung. Generell gilt ein großer Teil der Patienten mit Knochensarkom oder Weichteilsarkom, wenn bei Erstdiagnose keine Fernmetastasen vorliegen, nach fachgerechter Behandlung des Ersttumors als geheilt.
Die Ursachen für die Entstehung von Sarkomen sind weitgehend ungeklärt. Es gibt daher keine vorbeugenden Maßnahmen oder Untersuchungen. Gelegentlich kann einmal ein Sarkom im Bereich einer bestrahlten Körperregion entstehen. Einige wenige Syndrome – wie z.B. Li-Fraumeni-Syndrom, Neurofibromatose I und Gardner-Syndrom – stehen im Zusammenhang mit häufigerem Auftreten von Weichteilsarkomen und beim Ewing-Sarkom können Genveränderungen am Chromosom 13 nachgewiesen werden.
Wie alle bösartigen Tumoren haben Sarkome die Eigenschaft unbehandelt immer weiter zu wachsen. Trotzdem kann es – insbesondere im Falle von Weichteilsarkomen - schwierig sein die Verdachtsdiagnose zu stellen, da es anfangs oft nicht eindeutig von deutlich häufigeren gutartigen Veränderungen unterschieden werden kann. Die Erkennung hängt vor allem von der Lage und der Entwicklung von Beschwerden ab.
Schmerzen sind meist das erste Symptom eines Knochensarkoms. In der Folge kann – bei gelenksnahem Sitz - eine Beeinträchtigung der Beweglichkeit auftreten oder durch die Ausdehnung des Tumors der Knochen instabil werden und bei geringem Trauma brechen.
Weichteilsarkome machen sich eher durch eine über die Wochen zunehmende schmerzlose Schwellung, z.B. im Bereich der Extremitäten, bemerkbar. Sie wachsen zunächst verdrängend und können dadurch – insbesondere bei Sitz im Bauchraum – länger unbemerkt wachsen.