Bei Prostatakrebs handelt es sich um eine häufige, aber zumeist heilbare Krebserkrankung der Prostata (Prostatakarzinom). Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein etwa kastaniengroßes Organ, das unterhalb der Harnblase und vor dem Mastdarm gelegen ist und von diesem aus getastet werden kann. Sie umschließt die Harnröhre und produziert den Großteil der Samenflüssigkeit. Ihr Sekret enthält eine Vielzahl von Substanzen, die z. B. die Bewegung der Spermien stimulieren und das geeignete Milieu für sie schaffen. Eine wichtige Substanz dabei ist das so genannte Prostataspezifische Antigen (PSA), das physiologisch die Samenflüssigkeit dünnflüssiger macht. Dieses wird von den normalen Prostatazellen gebildet, im erhöhten Ausmaß aber von den Prostatakrebszellen. Es ist auch im Blut nachweisbar. Die Höhe der im Blut gemessenen Konzentration erlaubt Rückschlüsse auf ein eventuell vorliegendes Prostatakarzinom.
Das Prostatakarzinom ist die am häufigsten beim Mann diagnostizierte Krebserkrankung und macht etwa 25-30% der neu diagnostizierten Krebserkrankungen aus. Bei den Ursachen der Krebstodesfälle liegt es in Österreich bei den Männern an zweiter Stelle. Etwa jeder sechste Mann erkrankt daran. Es ist eine Erkrankung des mittleren bis höheren Alters, während Erkrankungen vor dem 45.Lebensjahr selten sind. Das Risiko zu erkranken nimmt mit zunehmendem Alter stark zu. Es kann auch in Familien gehäuft vorkommen. Das Risiko ist erhöht, wenn bei anderen Blutsverwandten gehäuft Prostatakrebs aufgetreten ist. Ebenso ist das Risiko erhöht, wenn in der Familie bei weiblichen Blutsverwandten gehäuft Brustkrebs aufgetreten ist. In den meisten Fällen wird die Erkrankung glücklicherweise in einem Stadium entdeckt, in dem die Krebserkrankung die Organgrenzen noch nicht durchbrochen hat. Bei Überschreitung der Organgrenzen (Stadium T3) nehmen die Heilungschancen deutlich ab. In früheren, auf das Prostataorgan beschränkten Stadien dagegen sind die Heilungschancen sehr gut.
Da der Prostatakrebs in frühen Stadien eine zumeist heilbare Erkrankung darstellt, ist die Früherkennung von besonderer Wichtigkeit. Eine Untersuchung mit Bestimmung des PSA im Blut sollte einmal jährlich, beginnend mit dem 45.Lebensjahr erfolgen; bei familiärer Belastung mit Prostatakrebs oder weiblichem Brustkrebs sogar noch einige Jahre früher.
Die Messung der PSA-Konzentration im Blut hat heute in der Vorsorge und für die Früherkennung die größte Bedeutung erlangt. Bei Beurteilung der PSA-Blutwerte sind jedoch folgende Punkte zu berücksichtigen:
Die Früherkennung basiert zumeist auf den oben angeführten Vorsorgeuntersuchungen, da frühe Symptome unspezifisch sind und schwer von denen der im Alter auftretenden Prostatavergrößerung zu unterscheiden sind.
Die Erkrankung verläuft im Frühstadium symptomarm. Vermehrter und nächtlicher Harndrang können erste Zeichen der Erkrankung sein. Diese treten jedoch auch bei der normalen, altersbedingten Prostatavergrößerung auf und sind deshalb als Frühsymptome nur schwer zu deuten. Auch Erektionsstörungen und Blut im Harn oder Samenflüssigkeit können gelegentlich Symptome sein. In manchen Fällen sind aber auch erst Beschwerden von Knochenmetastasen Ursachen für den Arztbesuch und Anlass für die Diagnosestellung.