Die Diagnose wird aufgrund der gewonnenen Gewebeprobe gestellt. Darüber hinaus wird die Aggressivität des Tumors mit Hilfe des sogenannten „Gleason“ Grads beurteilt. Ein Wert über 7 spricht für eine hohe Aggressivität des Tumors.
Grundsätzlich kommen individuell je nach Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung, von den Ergebnissen der feingeweblichen Untersuchung, vom Alter des Patienten und von den persönlichen Wünschen folgende Therapiemöglichkeiten in Frage:
Operation und Bestrahlung bringen zumindest in früheren Stadien etwa gleich gute Ergebnisse. Unerwünschte Folgen bei beiden können durch Schädigung von Nervenfasern Erektionsstörungen und Harninkontinenz sein. Zwar treten diese nach Operationen häufiger auf als nach Strahlentherapie, allerdings bessern sich die Beschwerden nach Operationen mit der Zeit, während die Nebenwirkungen nach Strahlentherapie im weiteren Verlauf eher zunehmen können. Weiters können sich Strahlenschäden am Mastdarm und an der Harnblase entwickeln.
Die Libido und Orgasmusfähigkeit bleiben bei beiden Verfahren erhalten.
In weiter fortgeschrittenen Stadien kommt die Anti-Hormontherapie zum Einsatz, die im Prinzip auf die Blockierung der Testosteronproduktion im Hoden (LH-RH-Analoga), bzw. auf die Blockierung der Wirkung von Testosteron abzielt (Antiandrogene). Testosteron unterhält nämlich das Wachstum des Tumors. Diese chemische Kastration geht naturgemäß mit Nebenwirkungen einher. Das sind vor allem Hitzewallungen, Spannungsschmerzen in der Brust, Verlust der Libido und Erektionsstörungen sowie Abnahme der Knochendichte. Wenn die Wirkung der Anti-Hormontherapie nachlässt, erfolgt zumeist eine Modifikation der eingesetzten Präparate bzw. der Beginn einer Chemotherapie.
Die Nachsorge erfolgt individuell unterschiedlich, abhängig vom Stadium der Erkrankung und Therapie. Die Kontrollen erfolgen bei unkompliziertem Verlauf in den ersten beiden Jahren zumeist vierteljährlich.