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Hauptinhalte

Nierenkrebs

Ao. Univ.-Prof. Dr. Manuela Schmidinger

Universitätsklinik für Innere Medizin I - Medizinische Universität Wien
Klinische Abteilung für Onkologie

Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

+43-1-404004445
+43-1-404004451

www.meduniwien.ac.at
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„Die häufigste Form von Nierenkrebs ist das Nierenzellkarzinom. Blut im Harn ist oftmals ein Erstsymptom und sollte umgehend einen Nierenultraschall nach sich ziehen", mahnt Univ.-Prof. ManuelaSchmidinger. 

Diagnose, Behandlung & Nachsorge

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel über einen Nierenultraschall gestellt, im Anschluss ist eine Computertomographie der Niere erforderlich, um die genaue Ausdehnung und den Bezug zu den benachbarten Strukturen (Blutgefäße, Lymphknoten) zu erkennen. Eine Gewebsprobe wird in der Regel nicht gemacht, zumeist wird der Tumor sofort operiert und die Gewebsprobe aus dem operativ entfernten Tumor durchgeführt.

Behandlungsmöglichkeiten

Unabhängig vom Tumorstadium ist bei akzeptablem Allgemeinzustand die Operation des Tumors der erste und wichtigste therapeutische Schritt. Dies gilt auch dann, wenn bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen vorliegen. Der Urologe trifft die Entscheidung, ob die Niere zur Gänze entfernt oder nur der Tumor aus der Niere herausoperiert wird. Bei kleinen Tumoren kann die Niere oftmals belassen werden. Auch über die Art der Operation (z. B. Flankenschnitt oder nur Knopflochtechnik) entscheidet der Operateur. Tochtergeschwülste werden in Ausnahmefällen ebenfalls operiert, vor allem wenn es nur sehr wenige sind (zum Beispiel drei Herde auf einem Lungenflügel) und wenn die Zeit zwischen Auftreten des Nierentumors und den Tochtergeschwülsten mehr als ein Jahr (noch besser mehrere Jahre) beträgt.

In den meisten Fällen wird bei Vorliegen von Tochtergeschwülsten eine medikamentöse Therapie angeboten. Diese kann den Tumor zwar nur selten zum völligen Verschwinden bringen, aber ein Zurückdrängen der Erkrankung oder ein Verhindern des Weiterwachsens über viele Monate, mitunter viele Jahre ist möglich. Moderne Medikamente haben hier in den letzten Jahren für einen enormen Fortschritt gesorgt (Neue Medikamente: Sutent®, Avastin®, Nexavar®, Torisel®, Afinitor®, Axitinib, Pazopanib…). Alle Therapien sind ambulant durchführbar und führen in der Regel nicht zu Haarausfall. Nebenwirkungen sind dennoch möglich, hier zum Beispiel vorübergehende Veränderungen der Haut an Handflächen und Fußsohlen, Geschmacksstörungen, Schilddrüsenunterfunktion, Bluthochdruck usw. Je mehr Erfahrung der behandelnde Arzt im Umgang mit diesen Medikamenten hat, desto besser lassen sich Nebenwirkungen frühzeitig erkennen und in ihrer Intensität durch vorbeugende Maßnahmen abschwächen.

Nachsorge

Hierzu gibt es keine einheitliche Empfehlung. In der Regel wird nach einer Nierenoperation alle sechs Monate eine Computertomographie durchgeführt, je nach Tumorgröße können die Intervalle oder Untersuchungstechniken auch anders gewählt werden. Bei Patienten mit Tochtergeschwülsten, die unter einer chronischen Tumortherapie stehen, werden alle drei Monate Computertomographien gemacht, um zu erkennen, ob der Tumor immer noch durch die gleiche Therapie in seinem Wachstum behindert wird. Andernfalls müsste die medikamentöse Therapie nämlich umgestellt werden.