Die Diagnose der Erkrankung beruht auf dem Nachweis eines Paraproteins, dem Vorliegen von monoklonalen Plasmazellen im Knochenmark und von Knochenläsionen, bzw. einer Osteoporose. Mit Hilfe dieser Kriterien kann ein Multiples Myelom von einem MGUS und einem sogenannten schwelenden Myelom unterschieden werden. Zur besseren Charakterisierung der Myelomzellen werden heute auch verschiedene zytogenetische Untersuchungen durchgeführt.
Nicht jeder Patient mit Multiplem Myelom benötigt eine sofortige Einleitung einer Therapie. Liegen Krankheitssymptome oder bestimmte Laborveränderungen vor, so wird mit der Behandlung begonnen. Bei jüngeren Patienten (unter 65 Jahre) besteht diese in der Verabreichung spezieller Medikamente für drei bis vier Monate, danach wird eine autologe Stammzelltransplantation empfohlen. Dabei handelt es sich im Prinzip um die Entnahme von Blutstammzellen des Betroffenen vor einer hochdosierten Chemotherapie, die normalerweise zu einer starken, lang dauernden Unterdrückung der Blutbildung führen würde. Nach Durchführung der Chemotherapie werden die Blutstammzellen wieder reinfundiert (Stammzelltransplantation), wodurch die Zeit bis zur Regeneration der Blutbildung stark verkürzt, und damit die Sicherheit der Prozedur erhöht werden kann.
Bei älteren Patienten wird auf eine Transplantation verzichtet und spezielle Medikamente über längere Zeit verordnet (meist sechs bis zwölf Monate), wobei diese entweder als Infusionen und/oder als Tabletten verabreicht werden. Sowohl nach Transplantation als auch nach konventioneller Behandlung kann zur weiteren Verbesserung der Therapieergebnisse noch eine sogenannte Konsolidierungs- bzw. Erhaltungsbehandlung überlegt werden.
Hat die Therapie zum erwünschten Ansprechen geführt, so werden nur mehr regelmäßige Kontrollen in monatlichen bzw. längeren Intervallen vorgenommen. Dabei werden in der Regel Blut- und Harnuntersuchungen, sowie in längeren Intervallen Untersuchungen des Knochenmarks und des Skelettsystems vorgenommen.