Mit dem Begriff indolente Lymphome wird eine Gruppe von Non-Hodgkin Lymphomen (NHL) zusammengefasst, die im Allgemeinen durch einen langsamen Beginn und häufig chronischen Verlauf gekennzeichnet sind. Die Bezeichnung indolent bedeutet wörtlich schmerzlos, wird aber im medizinischen Gebrauch für wenig aggressiv gleichgesetzt.
Das sog. Follikuläre Lymphom (FCL) ist das häufigste indolente Lymphom und wird im Folgenden detaillierter besprochen, seltenere indolente Lymphome sind das sog. Marginal-Zonen Lymphom oder das Immunozytom.
Beim folllikulären Lymphom handelt sich mit 20 % um eines der häufigsten Lymphome im Erwachsenenalter in der westlichen Welt.
Es besteht ein Altersgipfel um das 60. Lebensjahr und eine leichte Häufung bei Frauen.
In Österreich werden ca. 300 Neuerkrankungen pro Jahr diagnostiziert.
Der klinische Verlauf ist oft sehr unterschiedlich; meist wird ein eher langsames Voranschreiten der Erkrankung beobachtet, welches auch nicht immer sofort zu Behandlung führt.
Häufig sind sog. lymphatische Organe wie Lymphknoten und Milz, Knochenmark (in 40-70 %), aber auch nicht-lymphatische Organe wie Gastrointestinal-Trakt, Tränendrüsen oder Brust betroffen.
Es besteht ein (mit 3-fach) leicht erhöhtes familiäres Risiko für Verwandte von Patienten mit FCL, ebenfalls an einem FCL zu erkranken; ein spezifisches Screening ist dzt. jedoch nicht zu empfehlen.
An spezifischen Risikofaktoren ist die Exposition mit Benzolverbindungen zu nennen, wie sie z. B. durch Benzinmotoren oder i.R. der kunststoffverarbeitenden Industrie freigesetzt werden können. Weiters wird in manchen geographischen Regionen ein erhöhtes gemeinsames Auftreten von Hepatitis B und FLC beobachtet.
Für indolente Lymphome sind derzeit keine spezifischen Vorsorgemaßnahmen bekannt.
Symptome, die allerdings die betroffene Person zur Abklärung führen sollte, sind sog. B-Symtome wie Nachtschweiß, Fieber unklarer Ursache oder unerklärbarer Gewichtsverlust.
Es besteht ein leicht erhöhtes familiäres Risiko für Verwandte von Patienten mit FCL, ebenfalls an einem FCL zu erkranken; ein spezifisches Screening ist dzt. jedoch nicht zu empfehlen.
Neben den oben genannten B-Symtomen, sind es vor allem schmerzlose Lymphknotenschwellungen, die als erstes Zeichen einer lymphatischen Systemerkrankung auffällig werden. Werden diese beobachtet, so sollte unverzüglich eine spezialisierte Einrichtung aufgesucht werden.