Das Bronchialkarzinom ist ein bösartiger Tumor in der Lunge. Es werden grob zwei Arten des Bronchialkarzinoms unterschieden: Das kleinzellige Bronchialkarzinom und das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom.
Weltweit erkranken jährlich ca. eine Million Menschen an Lungenkrebs. 90% der Erkrankten versterben an diesem Tumor. Damit ist Lungenkrebs die häufigste zum Tode führende Krebserkrankung bei den Männern. Bei den Frauen liegt diese Krebserkrankung hinter Brust- und Darmkrebs an dritter Stelle. In Österreich sind davon ca. 3500 Patienten/Jahr betroffen.
85% der Tumoren sind auf das Rauchen zurückzuführen, nur 3-5% auf das Passivrauchen. Mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten steigt direkt das Risiko an einem Lungenkrebs zu erkranken. Bei 20-40 Zigaretten ist das Risiko bereits 15-fach erhöht. Weltweit gibt es ca. 1,1 Milliarden Raucher, das entspricht einem Sechstel der Weltbevölkerung, dabei werden 5500 Milliarden Zigaretten/Jahr umgesetzt. In Europa ist weiterhin eine Zunahme des Anteils der Raucher festzustellen (1995: 34% der Bevölkerung; 2002: 39%), wobei besonders der Anstieg der jugendlichen Raucher mit großer Sorge beobachtet wird. In Österreich rauchen 2,3 Millionen Menschen, davon sind 800.000 stark nikotinabhängig, jährlich versterben 14 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Seltenere Ursachen sind u.a. Radonbelastung, Luftschadstoffe, Asbeststaub. Das vererbte Risiko spielt eine untergeordnete Rolle.
Als wesentlichste Maßnahme ist die Nikotinkarenz zu empfehlen. Durch Anti-Raucher Kampagnen gelingt es, einen Rückgang der Lungenkrebshäufigkeit zu erreichen.
Die Symptome sind lange unbemerkt und meist unspezifisch und werden von den Patienten als “Raucherhusten oder Verkühlung” interpretiert. Andere Patienten klagen über Husten (45-75%), blutigen Auswurf (27-57%), Atemnot (37-58%), Schmerzen (27-49%), und andere Symptome. Als allgemeine Symptomatik wird Nachtschweiß, Gewichtsverlust oder Appetitverlust berichtet.
Derzeit gibt es keine Vorsorgeuntersuchung, die nachweislich einen Überlebensvorteil für die Patienten zeigt. Durch ein regelmäßiges Lungenröntgen kann zwar ein Tumor vor dem Auftreten von Symptomen entdeckt werden, leider sind die meisten dieser Tumoren dann aber bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Sehr viel genauer (sensitiver) ist eine Computer-Tomographie (CT). Hier können Tumoren früher, vor allem in einem heilbaren Stadium, nachgewiesen werden. Es müssen aber tausende von Untersuchungen durchgeführt werden, um einem Patienten zu helfen. Diese Kosten/Aufwand/Nutzen Abwägung wird derzeit in sehr großen Studien getestet und erst in naher Zukunft (2010) kann der Wert einer Vorsorgeuntersuchung richtig bewertet werden.