Die Krankheit ist durch eine Vermehrung von abnormalen, unreifen, bösartigen Zellen (Myeloblasten) und Vorstufen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) charakterisiert. Diese leukämischen Zellen haben die Fähigkeit zur Differenzierung in normale blutbildende Zellen verloren und vermehren sich in der Regel im blutbildenden System des Knochenmarks, viel seltener auch außerhalb des Knochenmarks, z.B. in den Lymphknoten. Die Krebszellen können in das zirkulierende Blut ausgeschwemmt werden (80% der Fälle). Lässt man das abgenommene Blut in einem Röhrchen stehen, so bildet sich bei hoher Zellzahl ein rahmartiger Überstand, von dem sich der Name ableitet (leukämos = weißes Blut).
Die Akute Myeloische Leukämie (AML) macht etwa 80% der akuten Leukämien der Erwachsenen aus und 15-20% der akuten Leukämien des Kindesalters.
Das mittlere Alter bei Diagnose einer AML liegt bei 60 Jahren, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Die durchschnittliche Inzidenz beträgt 2,7 pro 100.000 Erwachsene, steigt aber bei einem Alter von 70 Jahren auf 15 pro 100.000. Die Häufigkeit der AML in Österreich hat in den letzten 20 Jahren nicht zugenommen.
Eine spezielle Vorsorge existiert bei dieser Krankheit nicht. Eine Vermeidung von Risikofaktoren für die Entstehung einer AML wird empfohlen: Chemikalien (Benzol, Äthylenoxide, Pestizide), radioaktive Strahlung, ionisierende Strahlung, Umgebung von Wiederaufbereitungsanlagen für Kernenergie, Chemotherapeutika.
Die Krankheit beginnt meist schleichend und unspezifisch: Leistungsabfall, Schwäche, Blässe, Müdigkeit, Nasenbluten, Hautblutungen, Verdickung des Zahnfleisches, Infektion, Fieber. Bei Kontrolle des Blutbildes: Abfall des Hämoglobins (Anämie), Reduktion der Blutplättchen (Thrombopenie), Anstieg der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) mit Auftreten von unreifen abnormalen Zellen (Myeloblasten).
Die Ausprägung der Beschwerden werden vom Alter des Patienten sowie von Begleiterkrankungen (Herz, Lunge) wesentlich mitbestimmt. Blässe der Haut und Schleimhäute, Herzklopfen, Atemnot, Schwindel, Kopfschmerzen.
Erhöhte Infektneigung, Fieber, vermehrtes Schwitzen, offene Stellen im Mund, Fieberbläschen (Herpes labialis).
Flächenhafte Hautblutungen, Nasen- und Zahnfleischbluten, Knochenschmerzen (Druckempfindlichkeit gesteigert), Wucherung des Zahnfleisches.
Bei Befall des Zentralnervensystems (3-15%): Kopfschmerzen, Erbrechen, Krampfanfälle, Sehstörungen.