Bei erhöhtem Risiko oder Verdacht auf Leberzellkrebs sollte nach einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung und Blutabnahme auch eine Ultraschalluntersuchung der Leber erfolgen - ein schmerzloses Untersuchungsverfahren, das mit keinerlei Strahlenbelastung verbunden ist. Zur Sicherung der Diagnose und zur Therapieplanung können dann noch eine Computertomographie (CT) oder eine Kernspin- oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Für gezielte Fragestellungen kann auch eine Darstellung von Blutgefäßen mit Kontrastmittel (Angiographie) notwendig sein. Eine Gewebeentnahme (Biopsie), unter Umständen durch eine Bauchhöhlenspiegelung (Laparaskopie), kann oft erforderlich sein. Alle genannten Untersuchungen wird ihnen Ihr Arzt erklären und vermitteln.
Bei der Wahl der geeigneten Behandlung werden verschiedene Kriterien berücksichtigt. Dazu zählen das Stadium, in dem sich der Krebs befindet, der Zustand der Leber sowie das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.
Folgende Verfahren stehen derzeit für die Behandlung von Leberkrebs zur Verfügung:
Die Leberteilentfernung hat eine möglichst vollständige Entfernung des Leberkrebses zum Ziel. Bei der Lebertransplantation wird das gesamte Organ einschließlich des Tumors komplett entfernt und durch ein gesundes Spenderorgan ersetzt.
Bei dieser lokalen Behandlungsmethode wird mit einer feinen Nadel 95%iger Alkohol in den Tumor injiziert. Dadurch soll erreicht werden, dass das Tumorgewebe abstirbt. Die Behandlung wird meist in mehreren Sitzungen wiederholt.
Um den Leberkrebs zu zerstören, wird bei der Thermotherapie eine Sonde in den Tumor eingeführt. Diese gibt an ihrer Spitze Radiofrequenzwellen oder Laserlicht ab, die zu einer Hitzeentwicklung im Tumorgewebe und so zu dessen Zerstörung führen. Diese Methode kann bei Leberzellkrebsen bis zu einer Größe von 3-5 cm eingesetzt werden - oft in Kombination mit anderen Methoden (z.B. als Überbrückung zur Lebertransplantation, Chemoembolisation (s.u.), medikamentösen Therapie).
Über die Leberarterie werden mit einem dünnen Katheter in das tumorversorgende Blutgefäß einerseits kleinste Kunststoffteilchen eingespritzt, die die Blutversorgung des Tumors blockieren und andererseits wird ein Chemotherapeutikum direkt in den Tumor eingeleitet, welches ebenfalls zu einem Absterben der Krebszellen führen soll. Die Chemoembolisation wird vor allem zur Behandlung großer, operativ nicht zu entfernender Tumore eingesetzt, aber auch in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden angewandt.
Eine neue Medikamentengruppe wirkt sehr gezielt gegen Krebszellen. Die Wirkstoffe dieser so genannten zielgerichteten Medikamente greifen direkt in den Stoffwechsel der Krebszelle ein. Damit kann das Wachstum der Krebszellen zumindest vorübergehend gestoppt werden.
Bei weit fortgeschrittenem Krebsleiden und schlechtem Allgemeinzustand kann der Verzicht auf belastende Therapien durch den Wegfall von Nebenwirkungen mit einem Gewinn an Lebensqualität verbunden sein. Ihr behandelnder Arzt wird sich aber weiter um sie und eventuell auftretende belastende Symptome (Völlegefühl, Übelkeit, Schmerzen, Müdigkeit) kümmern.
Die Nachsorge sollte bei einem Arzt erfolgen, der einen vollständigen Überblick über Ihre Behandlung hat. Die Aufgabe der Tumornachsorge ist es, rechtzeitig einen Tumorrückfall zu erkennen, Begleit- und Folgeerkrankungen festzustellen und zu behandeln und ihnen bei ihren körperlichen, seelischen und sozialen Problemen zu helfen.
Die Art und die Häufigkeit der Nachsorgeuntersuchungen hängen davon ab, wie weit der Tumor bei der Erstdiagnose fortgeschritten war und welche Behandlung durchgeführt wurde.