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Hauptinhalte

Krebs unbekannten Urprungs

Univ.-Prof. Dr. Herbert Stöger

Landeskrankenhaus-Universitätsklinikum Graz
Klinische Abteilung für Onkologie - Universitätsklinik für Innere Medizin

Auenbrugger Platz 15
8036 Graz
Steiermark

+43-316-38513115
+43-316-38514167
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www.onkologie-graz.at
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Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 08.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 15.30 Uhr (Termintelefon ausschließlich von 08.00-10.00 Uhr)

Univ.-Prof. Dr. Herbert Stöger ist in dieser Abteilung Abteilungsleiter.

„Das CUP-Syndrom (Carcinom mit unbekanntem Primärumor) wird als eigenständiges Krankheitsbild angesehen, das ein besonderes diagnostisches und therapeutisches Vorgehen erfordert. In der Mehrzahl der Fälle bleibt der Primärtumor verborgen", sagt Univ. Prof. Stöger.

Diagnose, Behandlung & Nachsorge

Diagnose

Die Suche nach dem Primärherd ist bei der Diagnostik eines CUP-Syndroms von entscheidender Bedeutung. Folgende Untersuchungen werden durchgeführt: ausführliche Anamnese, gründliche körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen (z. B. erhöhte Blutwerte, Tumormarker etc.), Urin- und Stuhluntersuchungen. Bildgebende Untersuchungsverfahren, wie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) sowie nuklearmedizinische Verfahren (Szintigraphien) oder eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Zur weiteren Abklärung werden ergänzend gegebenenfalls endoskopische Untersuchungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs, der Atemwege, der Speiseröhre und des Magen-Darm-Trakts durchgeführt. Dennoch bleibt in ca. 70 % der Fälle die Suche nach dem Primärherd zunächst erfolglos. Unumgänglich ist in jedem Fall die feingewebliche (histologische) Untersuchung einer Gewebeprobe, die aus einer Metastase bei einer Biopsie entnommen wird.

Therapie

Grundsätzlich stehen für die Behandlung des CUP-Syndroms die operative Therapie, die Chemotherapie, die Strahlentherapie und bei hormonabhängigen Tumoren die Hormontherapie zur Verfügung. In Einzelfällen ist auch der Einsatz so genannter zielgerichteter Therapien möglich. Die Behandlung richtet sich neben der Art des durch die Gewebeprobe gesicherten Tumorgewebes, der Art des möglichen Primärtumors, dem Ausmaß und der Lokalisation der Tochtergeschwulstbildung und auch nach dem Allgemeinzustand der Patienten.

Einzelne oder auf einen Ort beschränkte Metastasen werden in der Regel durch eine Operation und/oder nachfolgende Bestrahlung behandelt. Bei Vorliegen mehrerer Metastasen an verschiedenen Orten kann eine so genannte Systemtherapie durchgeführt werden. Die Art der Chemotherapie hängt von der Art des Primärherdes bzw. von der Art der Tochtergeschwülste ab, bei hormonempfindlichen Tumoren, wie bei Brustkrebs oder Prostatakrebs, kann auch eine Antihormontherapie eingesetzt werden. Bei Hinweisen auf Lungen-, Leber-, Dickdarm- oder Nierenkrebs können auch zielgerichtete Therapien mit Tyrosinkinasehemmern oder Antikörpern angewendet werden.

In weit fortgeschrittenen Stadien oder bei schlechtem Allgemeinzustand konzentriert sich die Behandlung in erster Linie darauf, Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und Komplikationen zu verhindern. Insgesamt stellt die Behandlung von Patienten mit CUP-Syndrom besondere Anforderungen an den Behandler dar und sollte nur an dafür spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

Prognose

Beim CUP-Syndrom handelt es sich in der Regel um eine ernste Erkrankung. Die Prognose ist bei der Vielfältigkeit des Krankheitsbildes individuell sehr unterschiedlich. Sie reicht von einer möglichen Heilung bis zu einer deutlich eingeschränkten Lebenserwartung.

Vorsorge

Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten der dem CUP-Syndrom zugrunde liegenden Krebsarten gelten sämtliche für diese Erkrankungen gültigen Vorsorgemaßnahmen. Im Vordergrund steht die Vermeidung des Rauchens und regelmäßigen Alkoholkonsums, die Einhaltung empfohlener Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ausreichende körperliche Bewegung.

Es gibt keine speziell auf das CUP-Syndrom abgestimmte Vorsorgeuntersuchungen, auf jeden Fall sollten aber die bei anderen Tumoren heute als sinnvoll anerkannten Vorsorgeuntersuchungen auch zur möglichen Früherkennung eines CUP-Syndroms durchgeführt werden.

Nachsorge

Die Nachsorge von Patienten mit einem CUP-Syndrom richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild und ist im Regelfall auf den Einzelpatienten zugeschnitten. Sie beinhaltet Untersuchungen, die ein mögliches Wiederauftreten oder Fortschreiten der Erkrankung anzeigen. Das Zeitintervall wird dem vorliegenden Krankheitsverlauf angepasst.