Die Diagnose wird vom HNO-Facharzt gestellt. Nach einer klinischen Untersuchung werden bei verdächtigen Gewebsveränderungen im HNO Bereich nach gründlicher Inspektion Gewebeproben entnommen. Weiters ist bei einem histologisch nachgewiesenen HNO-Tumor eine weiterführende radiologische Diagnostik (CT, MR od. auch PET-CT) unerlässlich. Empfehlenswert ist, bei nachgewiesenen HNO-Tumoren die weiteren Untersuchungen an einem onkologischem Zentrum vornehmen zu lassen, da in der Diagnose und der Behandlung – neben dem HNO-Spezialisten – auch der Radiologe, der Strahlentherapeut sowie der internistische Onkologe für die erfolgreiche Behandlung von Patienten von großer Bedeutung sind.
Leider werden, wie oben erwähnt, nur ein Drittel der Patienten mit HNO-Tumor in einem Frühstadium diagnostiziert. Diese Patienten können mit alleiniger Operation oder gelegentlich Strahlentherapie in mehr als 80% der Fälle geheilt werden. Hier genügt die Lokaltherapie, um ein tumorfreies Überleben zu erreichen. Bei fortgeschrittenen größeren Tumoren, die operiert werden können, muss nach erfolgreicher Operation eine Strahlentherapie angeschlossen werden, um einen Rückfall zu verhindern.
Bei inoperablen Tumoren oder bei Tumoren, deren chirurgische Entfernung für den Patienten zu beeinträchtigend wäre, muss eine Chemotherapie mit der Strahlentherapie kombiniert werden.
Gerade in der Chemotherapie hat es in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung gegeben, die die Heilungschancen bei Patienten mit ausgedehnten Tumoren deutlich verbessert haben. Es kann vor einer Strahlentherapie eine intensive Kombinationschemotherapie gegeben werden und auch die Immuntherapie bringt neue Hoffnungen. Besonders in Kombination mit der Strahlentherapie oder Chemotherapie sind Antikörper, die sich direkt gegen die bösartigen Epithelzellen richten, deren Wachstum behindern und diese Zellen auch empfindlicher gegen Chemotherapie und Strahlentherapien machen, wirksam. Der Einsatz dieser Antikörper (Cetuximab) hat hier in den letzten Jahren ebenfalls zu deutlichen Verbesserungen der klinischen Ergebnisse des Patienten geführt.
Zusammenfassend sind die Operation, die Strahlenchemotherapie oder Chemotherapie, gefolgt von Strahlentherapie, bzw. Immuntherapie Behandlungsmöglichkeiten bei HNO-Tumoren. Es ist wichtig, diese Therapien für jeden Patienten individuell optimal einzusetzen. In Österreich hat sich an den Kliniken in Wien, Graz, Leoben, Salzburg und Feldkirch eine Gruppe von Ärzten aus allen beteiligten Fachrichtungen gebildet, die gemeinsam weitere Therapieverbesserungen auf dem Gebiet der HNO Tumoren entwickelt.
Es ist entscheidend, dass Patienten mit HNO-Tumoren sich nur in großen Zentren mit Erfahrung bei der Behandlung von HNO Tumoren, wo eine gute Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen besteht, behandeln lassen. Viele Patienten im höheren Alter haben häufig auch zusätzliche Erkrankungen wie Bluthochdruck, chronische Lungenerkrankungen oder Erkrankungen des Herz/Kreislaufsystems, die nicht immer eine maximale Ausschöpfung aller Behandlungsmöglichkeiten erlauben. Da uns mit den modernen Chemotherapien sehr wirksame aber auch aggressive Methoden zur Verfügung stehen, ist die unterstützende Therapie zur erfolgreichen Behandlung von HNO-Tumoren von essentieller Bedeutung. Dies beinhaltet das Verhindern von Infektionen während der Chemoradiotherapie, die Behandlung von Schleimhautschäden, Hautreizungen und Hautschäden sowie die richtige Ernährung, die rechtzeitige Implantation von Magensonden und die effiziente Schmerztherapie während der Chemoradiotherapie. Gerade weil viele Patienten oft im fortgeschrittenen Alter und mit zusätzlichen Erkrankungen von HNO-Tumoren betroffen sind, kann eine unterstützende Therapie einen Patienten vor einigen Nebenwirkungen bewahren und die Lebensqualität während der Therapie deutlich bessern.
Die Nachsorge des Patienten sollte beim HNO-Arzt liegen, der durch klinische Untersuchung und Inspektion die Tumorfreiheit kontrolliert. Üblicherweise werden die Patienten im ersten Jahr alle drei Monate kontrolliert, im zweiten Jahr alle vier bis sechs Monate und ab Ende des zweiten Jahres alle sechs Monate. Nach fünf Jahren sind nur mehr jährliche Kontrollen nötig. Es ist auch sinnvoll, je nach Tumorgröße und Behandlungsart eine spezifische, auf die Patienten abgestimmte Nachsorge zu planen und die Strahlentherapeuten und gegebenenfalls bei internistischen Problemen (Infektionen, Ernährungsprobleme, Lungenprobleme etc...) den Internistischen Onkologen in die Nachsorge einzubinden.