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Harnblasenkrebs

Univ.-Doz. Dr. Maria De Santis

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„Harnblasenkrebs (Harnblasenkarzinom) kann in zwei Formen auftreten: entweder oberflächlich, also nicht-muskelinvasiv oder muskelinvasiv. Aktives und passives Rauchen gelten als die hauptsächlichen Risikofaktoren für das Übergangszellkarzinom der Harnblase", sagt Dr. De Santis.

Diagnose, Behandlung & Nachsorge

Der Harnblasenkrebs sollte – wie die allermeisten anderen Tumore auch – streng interdisziplinär, das heißt von den verschiedenen beteiligten Fachdisziplinen gemeinsam behandelt werden. Die Diagnostik und Lokalbehandlung erfolgt durch den Urologen.

Diagnose

Die Diagnose eines Harnblasenkrebses, mit Fragen nach der Krankengeschichte (Anamnese), körperlicher (klinischer) Untersuchung, Urinproben (Untersuchung nach Krebszellen), Zystoskopie (Blasenspiegelung) mit Entnahme von Gewebsproben (Biopsie), wird vom Urologen durchgeführt.

(siehe Leitlinien der urologischen Gesellschaften:
www.medizin-medien.at/dynasite.cfm oder www.urologenportal.de/harnblasenkarzinom.html oder
http://www.uroweb.org/nc/professional-resources/guidelines/online/)

Die Bestimmung des Krankheitsstadiums (Staging) beim muskelinvasiven Harnblasenkrebs erfolgt mittels bildgebender Verfahren. Man versucht damit herauszufinden, ob sich der Krebs bereits in andere Körperregionen ausgebreitet hat. Zu solchen Untersuchungen gehören die Computertomographie (CT), eine Multidetector-CT-Urographie (MDCTU), die Magnetresonanztomographie (MRT) und der Ultraschall. In der Regel kann die Diagnosestellung ambulant und beim Urologen durchgeführt werden.

Behandlungsmethoden

Operation

Ein Harnblasenkrebs im Frühstadium (oberflächlich, nicht-muskelinvasiv) kann zum Zeitpunkt der Diagnosestellung mit einer transurethralen Resektion (TUR) behandelt werden. Dabei führt der Urologe durch die Harnröhre ein Zystoskop und ein Instrument mit einer kleinen Drahtschlinge am Ende in die Harnblase ein. Das Krebsgewebe wird mit Hilfe von elektrischem Strom entfernt (Elektroresektion). Eine TUR wird in Narkose (Allgemeinanästhesie) durchgeführt und ist mit einem kurzen Spitalsaufenthalt verbunden. Lokale Behandlungen durch Instillation von Chemotherapie nach TUR oder Immuntherapie in die Harnblase (durch den Urologen) können die Rate an Rezidiven oder das Übergehen in aggressivere Tumorformen verhindern oder verzögern.

Die Standardbehandlung des muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms ist die komplette Entfernung der Harnblase (radikale Zystektomie) unter Mitnahme der benachbarten Lymphknoten und aller benachbarten Organe (bei Männern sind das Prostata und Samenbläschen; bei Frauen Gebärmutter, Eierstöcke und Teile der Scheide).

Die operativen Behandlungsmöglichkeiten mit verschiedenen Formen der Harnableitung (neue Möglichkeiten für die Speicherung und Ableitung von Urin werden dabei geschaffen), Vor- und Nachteile derselben, werden von den behandelnden Urologen mit den Patienten genau besprochen und abgewogen.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie des Harnblasenkrebses kann eine Alternative zur Operation sein und den Erhalt der eigenen Harnblase gewährleisten. Vor- und Nachteile derselben müssen Vertreter der Fachdisziplinen (Strahlentherapeuten und Urologen) mit den Patienten diskutieren. Weiters ist die Strahlentherapie sehr hilfreich in der Symptombehandlung (z.B. Schmerzen durch Metastasen in Knochen und Weichteilen).

Chemotherapie

Das Harnblasenkarzinom gilt als prinzipiell Chemotherapie-sensibler Tumor. Kombinations-Chemotherapie (mit dem Medikament Cisplatin) sollte im Falle von muskelinvasiven Karzinomen, wenn der Patient und seine Nierenfunktion dafür geeignet sind, vor der Operation durchgeführt werden (neoadjuvante Chemotherapie). Für dieselbe Chemotherapie nach der Operation der Harnblase (adjuvante Chemotherapie), ist die Datenlage derzeit nicht ausreichend, um eine sichere positive Empfehlung abgeben zu können. In Einzelfällen kann nach entsprechender Information des Patienten eine Cisplain-hältige Chemotherapie gerechtfertigt sein.

Wenn der Harnblasenkrebs lokal fortgeschritten oder metastasiert ist, kann eine Kombinations-Chemotherapie die Erkrankung zurückdrängen und lindern. Das Überleben wird damit verlängert. Nur etwa 10-15 % der Patienten, die zu Therapiebeginn in gutem Allgemeinzustand sind und vorwiegend Lymphknotenmetastasen haben, sind Langzeitüberlebende durch Cisplatin-hältige Kombinations-Chemotherapie.

Nachsorge

Die Nachsorge bezüglich der Harnableitung (z.B. Neo-Harnblase) wird von urologischer Seite durchgeführt. Ist die Harnblase erhalten, stehen zystoskopische Kontrollen durch den Urologen im Vordergrund. Die Nachsorge nach behandeltem invasiven Harnblasenkrebs wird für fünf Jahre empfohlen, und zwar in den Monaten 3, 6,12,18, 24, 30, 36, 48, 60. Die Häufigkeit der entsprechenden Untersuchungen richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit / Häufigkeit des Wiederkehrens der Erkrankung (Rezidivwahrscheinlichkeit) und der möglichen, erwarteten Lokalisation (Ort des Wiederkehrens). Übliche Untersuchungen sind: CT, MRT, Laboruntersuchungen (inkl. Serum-Creatinin, Nierenfunktion, Blutgasanalyse), Harnsedimentanalyse, obere Harntrakt-Diagnostik (Untersuchungen der Nierenbecken und Harnleiter) sowie retrograde Uretero-Pyelographie (mit mehreren Probeentnahmen).