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Hauptinhalte

Darmkrebs

Univ.-Prof. Dr. Werner Scheithauer

„Bei Darmkrebs handelt es sich um einen der weltweit am häufigsten auftretenden bösartigen Tumoren, dessen Ausgangspunkt die Dickdarmschleimhaut ist. Seine Entstehung ist nicht hinreichend geklärt, erbliche Veranlagung sowie Dickdarmpolypen spielen eine wesentliche Rolle", sagt Univ. Prof. Scheithauer.

Univ.-Prof. Dr. Werner Scheithauer

Universitätsklinik für Innere Medizin I - Medizinische Universität Wien
Klinische Abteilung für Onkologie

Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

+43-1-404004445
+43-1-404004451

www.meduniwien.ac.at
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Diagnose, Behandlung & Nachsorge

Diagnose

Die Diagnosesicherung erfolgt mittels Darmspiegelung (Kolonoskopie) mit Entnahme einer Gewebeprobe. Eine virtuelle Darmspiegelung (CT-Colographie) oder ein Kontrastmittel-Einlauf (Irrigoskopie) bieten sich alternativ nur dann an, wenn eine vollständige Kolonoskopie nicht möglich ist. Die Erfassung des Tumorstadiums (Ausschluss von Fernmetastasen) erfolgt mittels Computertomographie (CT) von Lunge und Bauch/Beckenorganen. Spezielle Untersuchungen im Einzelfall stellen (1) die Endosonographie (Darmspiegelung mit einer Ultraschallsonde) und die Magnetresonanztomographie des Beckens (MRT) jeweils bei Mastdarmkrebs dar, (2) ferner die Positronen- Emissionstomographie (PET) vor Metastasenchirurgie und (3) der intraoperative Leberultraschall um etwaige - mittels konventionell bildgebender Verfahren nicht sichtbare - Lebermetastasen lokalisieren zu können. Routinemäßig  werden bei allen Darmkrebspatienten die innerhalb der Familie aufgetretenen Erkrankungen erfragt und bestimmte Laborwerte, inklusive dem Tumormarkerwert CEA bestimmt.

Behandlungsmöglichkeiten

War der Tumor bei Diagnosestellung klein und wurde in einem frühen Stadium erkannt, reicht bei vielen Patienten oft eine Operation aus, um eine Heilung zu erzielen. Größere Tumoren lassen sich unter Umständen vor der Operation durch eine Chemotherapie verkleinern, sodass der Eingriff weniger umfangreich gestaltet werden kann. Insbesonders bei Patienten mit Mastdarmkrebs wird - abhängig vom Tumorstadium - mit einer Bestrahlung oder einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie eine Tumorverkleinerung angestrebt um so auch zu versuchen, den Schließmuskel zu erhalten. Diese vorgeschaltete Behandlung bezeichnet man als "neoadjuvant". Besteht trotz Operation ein hohes Rückfallrisiko, ist es sinnvoll, den chirurgischen  Behandlungserfolg durch eine "adjuvante" Nachbehandlung zu festigen: Auch dafür eignen sich Chemotherapie, Strahlentherapie oder eine Kombination aus beiden.

Wenn eine Dickdarmkrebserkrankung trotz Operation wieder auftritt oder sich schon bei Erstdiagnosestellung Metastasen im Bauchraum oder in anderen Organen zeigen, bedarf es primär einer Chemotherapie. Für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung spielen heute neue Medikamente eine zunehmende Rolle, die gezielt den Stoffwechsel von Tumorzellen beeinflussen. Sie ergänzen die verschiedenen Möglichkeiten, mit einer Chemotherapie das Tumorwachstum aufzuhalten. Einzelne Metastasen lassen sich nach vorgeschaltener internistisch-onkologischer Behandlung unter Umständen heraus operieren.

Innovative experimentelle Therapieverfahren werden in klinischen Studien erprobt, zum Beispiel neue Arzneimittel oder neue Kombinationen bereits bekannter Medikamente bzw. Methoden: Sie eröffnen Patienten unter Umständen bessere Erfolgschancen, auch wenn sich zu neuen Medikamenten und Verfahren in diesem Stadium noch nicht alle Fragen beantworten lassen.

Zur Krebsbehandlung gehört auch die Linderung krankheits- und therapiebedingter Beschwerden. Deshalb hat zum Beispiel die Schmerztherapie einen großen Stellenwert in der Darmkrebsbehandlung. Kommt es bei Patienten zu tumorbedingten Verengungen oder Verschlüssen des Dickdarms, wird man nach Möglichkeit die Darmpassage wieder herstellen.

Nachsorge

Ziel einer regelmäßigen Nachsorge ist die Früherkennung von Lokalrezidiven oder Fernmetastasen, welche in einigen Fällen erneut einer Heilung zugeführt werden können. Das "Programm" der Nachsorge orientiert sich am Krankheitsstadium. Nach einer erfolgreichen Operation ist das Risiko einen Rückfall, ein so genanntes Rezidiv, zu erleiden binnen der ersten 2-3 Jahre am höchsten und sinkt dann langsam ab. Rezidive nach 5 Jahren oder später sind selten. Das übliche postoperative Nachsorgeprogramm ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich.

Postoperatives Nachsorgeprogramm

Zeitraum nach OP (in Monaten)

03

06

09

12

15

18

21

24

27

30

33

36

42

48

54

60

Rektoskopie (nur beim Mastdarmkrebs)

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Kolonoskopie

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klinische Kontrolle (Chirurg oder Onkologe)

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Tumormarker (CEA)

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CT von Lunge und Bauch-Beckenraum

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MRT des Beckens (nur beim Mastdarmkrebs)

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