Zahlreiche Untersuchungen in den letzten Jahrzehnten beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität / Ausdauersport / Bewegung und Krebs.
Es gilt heute als weitgehend gesichert, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für die Entstehung von verschiedenen Krebserkrankungen vermindern kann. Es wird daher von internationalen Fachgesellschaften ein wöchentlicher Umfang von 150 Minuten eines sogenannten aeroben Ausdauertrainings verteilt über 3-5 Tage empfohlen. Dies reduziert nicht nur das Krebsrisiko sondern hat auch eine Reihe sonstiger positiver Wirkungen beispielsweise auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel oder sogar auf die Hirnleistung.
Eine Reihe von Untersuchungen konnte zeigen, dass auch bei bereits an Krebs erkrankten Menschen regelmäßige Bewegung in dem im Vorkapitel beschriebenen Umfang positive Effekte bewirkt. Vorrangiges Ziel dieses Bewegungstrainings bei Krebspatienten ist die Vermeidung von Inaktivität. Darüber hinaus wurden in Bewegungsstudien die Verbesserung von Leistungsfähigkeit, Muskelkraft, Lebensqualität und Müdigkeit sowie die Linderung von Angst nachgewiesen. Die meisten dieser Untersuchungen erfolgten während oder nach Abschluss der verschiedenen Behandlungsformen.
Besondere Beachtung fanden Untersuchungen der letzten Jahre, welche bei Patienten mit Brust- und Dickdarmkrebs starke Hinweise für eine Verbesserung der Heilungsrate durch regelmäßiges körperliches Ausdauertraining zusätzlich zur Standardtherapie zeigten. Im Rahmen einer in Vorbereitung befindlichen Österreichischen Untersuchung (klinische Phase III Studie im Rahmen der ABCSG) ist geplant diese Frage bei Dickdarmkrebspatienten wissenschaftlich zu beweisen.
Von der WHO und von internationalen Fachgesellschaften wird für gesunde Erwachsene ein wöchentlicher Umfang von 150 Minuten eines sogenannten aeroben Ausdauertrainings verteilt über 3-5 Tage empfohlen. Aerob in diesem Zusammenhang bedeutet, dass während des Trainings nur so viel Sauerstoff verbraucht wird, wie der Körper über die Atmung zur Verfügung hat. Dabei kann es sich um Gehen, Laufen, Schwimmen, Radfahren oder andere Bewegungsarten handeln: entscheidend ist nicht die Art, sondern die Intensität und die Dauer der Bewegung.
Für Krebspatienten gelten grundsätzlich dieselben Empfehlungen. Hier ist allerdings die Absprache mit dem/r behandelnden OnkologIn und eine sportärztliche Begleitung dringend anzuraten. Nach Beendigung der Krebstherapie (Operation, Chemotherapie und/oder Strahlentherapie) ist häufig ein langsamer und gezielter Leistungsaufbau erforderlich.