Krebs beruht auf genetischen Veränderungen im Zellkern von Körperzellen die schließlich zur Umwandlung einer gesunden Zelle in eine bösartige Krebszelle führen. Unkontrolliertes Wachstum von Krebszellen mit Knotenbildungen und Absiedelung von Tochterzellen (Metastasen) in verschiedenen Körperorganen kennzeichnen eine Krebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium. Obwohl sich bei Patienten Krebserkrankungen, die sich aus bestimmten Körperorganen entwickeln wie z.B. Brustkrebs oder Prostatakrebs, untereinander ähneln, zeigt jede Krebserkrankung auch besondere individuelle Merkmale. Jeder Krebspatient leidet daher an „seinem“ individuellen Krebs, der auch eine maßgeschneiderte Behandlung erfordert.
Die fundamentalen Errungenschaften der modernen Genomforschung, die technischen Fortschritte auf dem Gebiet der Molekularbiologie und Biochemie, verbesserte Diagnosemethoden und die neuen Techniken der Medikamentenentwicklung gegen Krebszellen ermöglichen die Entwicklung einer maßgeschneiderten, personalisierten Krebsbehandlung. Entscheidend ist dafür die Entdeckung von molekularen „Fehlschaltungen“ in Krebszellen, die durch geeignete Diagnoseverfahren entdeckt und durch Medikamente mit molekular gezielter Wirkung korrigiert werden können.
Biomarker sind biologische Kennzeichen von Krebszellen, die Auskunft über den Tumortyp, dessen biologische Eigenschaften, das Ansprechen auf bestimmte Krebsmedikamente, das Rückfallsrisiko und die Überlebenschancen des betroffenen Patienten geben. Solche Biomarker können meist direkt auf den Tumorzellen, manchmal aber auch im Blut von Krebspatienten nachgewiesen werden und helfen dem behandelnden Arzt bei der Therapieentscheidung, bei der Auswahl von Medikamenten und bei der Beurteilung des Ansprechens auf eine Krebstherapie: z.B. entscheiden bei Brustkrebs verschiedene Biomarker wie Hormonrezeptoren oder HER2-Rezeptorgehalt über die optimale Auswahl oder Kombination von Hormon-, Chemo- und Biotherapie.