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Erhaltung der Fruchtbarkeit nach Krebstherapie

Prim. Univ.-Doz. Dr. Gernot Tews

"Leider betreffen Krebserkrankungen auch junge PatientInnen, wobei die entsprechende Therapie immer wirkungsvoller wird. Daher rückt auch zunehmend die Frage in den Vordergrund, wie die Fruchtbarkeit auch nach Chemotherapie und Bestrahlung erhalten werden kann." sagt Univ.Prof. Tews

Prim. Univ.-Doz. Dr. Gernot Tews

Landes- Frauen- und Kinderklinik Linz
Abteilung für Geburtshilfe

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4020 Linz
Oberösterreich

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Prim. Univ.-Doz. Dr. Gernot Tews ist in dieser Abteilung Abteilungsleiter.

Neue Möglichkeit in der künstlichen Befruchtung / Einfrieren von Eizellen, von Samenzellen und von Eierstocksgewebe vor der Krebstherapie

Die Kebserkrankung bei einem jungen Menschen ist im Leben des Patienten ein sehr einschneidendes Erlebnis. Zu dieser Zeit ordnet sich alles dem Lebenserhalt durch entsprechende ärztliche Therapie unter. Trotzdem sollte im Rahmen aller Therapieoptionen auch an die Erhaltung der Fruchtbarkeit gedacht  werden. Dies betrifft sowohl männliche als auch weibliche Patienten. Während die Vorsorge zum Fruchtbarkeitserhalt bei Männern bzw. Knaben durch das Einfrieren von Samenzellen (evtl. mehrere Fraktionen) relativ leicht und einfach von statten geht, ist die entsprechende Therapie bei Mädchen und Frauen komplexer.

Als aussichtsreichste Methode wäre an eine hormonelle Stimulation mit dem Absaugen der Eizellen, mit der Befruchtung durch den Samen des Partners und nachfolgendem Einfrieren der Embryonen zu denken. Nachdem alleine die hormonelle Stimulation im günstigsten Falle etwa 2 Wochen dauert, ist es hier allerdings der Zeitfaktor, der von dem Onkologen zu beachten ist. Denn erst danach wäre an eine Operation, an eine Chemotherapie oder Bestrahlung zu denken. Weiters liegt es in der Natur der Sache, dass zu diesem Zeitpunkt nicht immer ein Partner vorhanden ist.

Im Falle des Fehlens eines Partners wäre die aussichtsreichste Methode zur Erhaltung der Fruchtbarkeit die Stimulation der Ovarien, das Absaugen der Eizellen und das Einfrieren der unbefruchteten Eizellen. Allerdings ist dieses Verfahren bei Weitem noch nicht so ausgereift wie das Einfrieren der Embryonen und daher auch nicht so aussichtsreich. Allerdings sind hier weltweit schon mehrere hundert Schwangerschaften beschrieben.

Wenn jedoch der Zeitfaktor eine besonders große Rolle spielt, wäre hier an eine Bauchspiegelung und dann an die Entnahme des Eierstockgewebes (etwa 2 cm³) zu denken. Das Eierstockgewebe kann in Folge von Reproduktionsbiologen entsprechend bearbeitet und eingefroren werden. Nach abgeschlossenem Heilungsprozess (meist in 3-5 Jahren) ist schließlich bei Kinderwunsch das Auftauen dieses Gewebes möglich, wobei durch eine erneute Operation die Transplantation von Eierstocksgeweben in die Gegend der Gebärmutter stattfinden sollte. Durch diese Maßnahme ist es dann sogar möglich, dass in weiterer Folge Spontanschwangerschaften auftreten.
Es sei jedoch erwähnt, dass gerade das letzte Verfahren noch in den Kinderschuhen steckt und eine enorme Logistik vom Kinderwunschinstitut verlangt. Weltweit sind etwa erst 20 Schwangerschaften beschrieben, wobei in den nächsten Jahren hier mit einem starken Ansteigen der Erfolgsquote zu rechnen ist.

Zusammenfassung

Bei der Entdeckung einer malignen Erkrankung steht natürlich auch beim jungen Patienten die Erhaltung des Lebens im Vordergrund.
Trotzdem sollte bei der Analyse sämtlicher Therapieoptionen auch die Erhaltung der Fruchtbarkeit angesprochen werden. Nicht zuletzt auch deshalb, um sich später nach abgeschlossener Heilbehandlung nicht dem Vorwurf einer unvollständigen Beratung und damit dem Vorwurf eines Behandlungsfehlers auszusetzen.



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